Wildnisland Deutschland?

In Deutschland sollen nach dem Willen von Naturschutzorganisationen gemäß der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt Wildnisgebiete entstehen, die zukünftig mindestens fünf Prozent unserer Waldflächen ausmachen werden. Diese Strategie gefährdet das bewährte „Schutz durch Nutzung“-Prinzip, mit dem Deutschland in den letzten Jahrzehnten nicht nur wirtschaftlich und sozial, sondern auch ökologisch weltweit hohe Maßstäbe gesetzt hat. Wildnisgebiete machen in waldreichen und gleichzeitig nur relativ dünn besiedelten Regionen wie Nordamerika, Skandinavien oder Osteuropa durchaus Sinn. In einem rohstoffarmen und dicht besiedelten Land wie Deutschland, in dem Holz der einzige Rohstoff von wirtschaftlich herausragender Bedeutung ist, wirft die Ausweisung von Arealen aber, die der Natur vollkommen überlassen werden, viele Fragezeichen auf.

Foto obs/Tatonka

Hinter allen-romantischen Forderungen steckt der Glaube, der Artenvielfalt und dem Naturschutz in unserem Land einen großen Dienst zu erweisen. Und für den Laien mag zumindest dieser Gedanke ja auch durchaus nachvollziehbar und sinnvoll erscheinen. Die Realität sieht aber anders aus: die Verwahrlosung von Waldflächen stellt keinesfalls automatisch einen Beitrag zur Förderung der Artenvielfalt und der Natur dar, sehr oft ist gerade das Gegenteil der Fall.

Gut gemeinter, aber völlig unverhältnismäßiger Totalschutz bedeutet eine Gefahr für die ökologische Vorzeigebranche Forst & Holz, die mit ihr verbundenen Arbeitsplätze und die betroffenen Wirtschaftsstandorte in den Gebieten der geplanten Schutzgebiete.

Die Holzwerkstoffindustrie hat zwei Hintergrundtexte zum Thema erarbeitet und diese den Medien zur Verfügung gestellt (Download durch Anklicken):

  1. Wildnisland Deutschland
  2. Urwaelder von morgen vernichten die Urwaelder von heute

Der zweite Text behandelt die Situationen im extrem dicht besiedelten Bundesland Nordrhein-Westfalen und in dem strukturschwachen Brandenburg. Er zeigt den Ernst der Lage für die Waldbauern, für die Holzwirtschaft und für die Sicherstellung der nachhaltigen Versorgung von Wirtschaft und Gesellschaft mit unserem nachwachsenden Multitalent und Naturschatz Holz.

(Links zum Thema nachhaltige Forstwirtschaft auf www.300-jahre-nachhaltigkeit.de, einem Themenangebot zum 300. Jubiläum des forstlichen Nachhaltigkeitsbegriffes im Jahr 2013.)