VDI nachrichten vom 07.10.2011

Energieholz ist weltweit begrenzt

Experten warnen, dass die Nutzung von Biomasse allein noch keine umweltfreundlichere Energiegewinnung bedeute. VDI nachrichten-Autor Ralph Ahrens berichtet in seinem Artikel „Energieholz ist weltweit begrenzt“ über die weltweite Suche der Energiekonzerne nach Holz für die Verfeuerung in Biomassekraftwerken. Da die Ressourcen in Deutschland nach Angaben der Energiekonzerne nicht ausreichten, beziehe Vattenfall Holzpellets von Kautschukbäumen aus liberianischen Plantagen und verfeuere RWE  Holzhackschnitzel aus den Wäldern des US-Bundesstaat Georgia in einem eigens dort gebauten Biomassekraftwerk. Das Hauptproblem: Es würden verbindliche Kriterien fehlen, um zu bewerten, wie nachhaltig die Verwertung von Holz aus Deutschland, Europa oder Übersee wirklich ist. Laut diesen Experten müsse eine möglichst ortsnahe und effiziente Nutzung mit der Sicherstellung einer ökologischen Gewinnung und dem Erhalt der biologischen Vielfalt in den Holzexport-Gebieten einhergehen, um gegenüber Kohle und Gas eine wirklich nachhaltigere Energiealternative darzustellen.

Die EU plane, die 2009 verabschiedeten Nachhaltigkeitskriterien für Biokraftstoffe auf freiwilliger Basis auch für die energetische Nutzung von fester und gasförmiger Biomasse anzuwenden. Diese sähen vor, dass der Einsatz der Biomasse Treibhausgasemissionen im Vergleich zu fossilen Energieträgern bereits heute um 35 Prozent und ab 2017 um 50 Prozent sinken muss.

Die Bundesregierung wiederum schlage in ihrer „Waldstrategie 2020“ vor, der Wald solle bis zu 100 Mio. Erntefestmeter jährlich liefern. Naturschützer fürchten nun, dass eine höhere Holzernte den Wald endgültig zum Rohstofflieferanten degradiere – auf Kosten der ökologischen Nachhaltigkeit. Sie empfehlen mehr Fläche von der Bewirtschaftung zu befreien und eine intensive Biomassennutzung auf Wälder mit nährstoffkräftigen Böden zu konzentrieren.

Das Holz aus Deutschland würde nach Ansicht der meisten Experten nicht ausreichen, um den zukünftigen Energieholzbedarf zu befriedigen. Um die Holz-Ressourcen im Ausland und darunter vor allem in den Ländern der Dritten Welt so ökologisch wie möglich zu nutzen, gingen die Energiekonzerne neue Wege. Der Autor stellt diese am Beispiel Vattenfall und seiner Zusammenarbeit mit der Buchanan Renewable Fuels (BRF) in Liberia dar. Erste Untersuchungen zu diesem Projekt in Hinsicht auf die Treibhausgasbilanz fielen positiv aus. Nun läge die große Herausforderung darin, moderne Monitoring- und Bewirtschaftungssysteme sowie zeitgemäße Waldzertifizierungssysteme, wie sie PEFC und FSC in schon vielen Industrie- und Schwellenländern etablierten, auch in den Ländern der „Dritten Welt“ durchzusetzen.

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