Recycling von Holz nützt dem Klimaschutz

Durch eine Öffnung der Gelben Tonnen und Säcke für weitere Wertstoffe wie Metallreste und Holz könnte in Deutschland der Ausstoß von klimaschädlichem CO2 weiter deutlich reduziert werden. Das geht aus einer Studie des renommierten Fraunhofer-Instituts für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT im Auftrag und am Beispiel der Recyclinggruppe ALBA Group hervor. Die Studie betrachtet erstmalig die komplette Prozesskette des Recyclings in der Praxis – von der Erfassung bis zur anschließenden Verwertung – unter Berücksichtigung sämtlicher relevanter Wertstoffströme.

Fraunhofer-Studie: Klima-Plus durch neue Wertstofftonne

Wie die Forscher am 8. Februar 2011 in Anwesenheit der Parlamentarischen Staatssekretärin im BMU, Katherina Reiche, darlegten, könnte durch die bundesweite Einführung einer gelben Wertstofftonne oder so genannten „Gelben Tonne-plus“ rund 290.000 Tonnen CO2 jährlich eingespart werden – circa 30 Prozent mehr als im direkten Vergleich mit dem bestehenden System Gelbe Tonne / Gelber Sack. Umgerechnet würden damit in Deutschland jährlich CO2-Emissionen vermieden, die dem Ausstoß eines durchschnittlichen Personenkraftwagens auf einer Strecke von über 1,6 Milliarden Kilometern entsprechen. Das sei rund 100.000 Mal die Strecke Berlin-Bangkok hin und zurück.

Einführung im Zuge der Kreislaufwirtschaftsgesetz-Reform

Die neue Wertstofftonne könnte im Zuge des reformierten Kreislaufwirtschaftsgesetzes deutschlandweit eingeführt werden. Bundesumweltminister Norbert Röttgen bezeichnete Sie anlässlich der Studie als „wesentlicher Schritt in die richtige Richtung“. Verbraucher würden darin zusätzlich zu Verpackungsmaterialien auch alle anderen, recycelbaren trockenen Abfälle entsorgen – insbesondere defekte Elektrokleingeräte, Metallreste, Kunststoffgegenstände sowie auch Holz.

Das Altholz stünde dann der werkstofflichen Verwertung, z.B. zur Herstellung von Pressspanplatten, zur Verfügung. Lediglich Hölzer von minderer Qualität würden durch Pyrolyse oder ähnliche Verfahren verwertet bzw. energetisch genutzt. Dies wäre ein deutlicher Fortschritt zur heutigen Praxis, wo vielerorts verwertbares Holz direkt in Verbrennungsanlagen landet.

„Rohstoffknappheit und Klimaschutz sind die entscheidenden Umweltthemen der kommenden Jahre. Die Recyclingwirtschaft gilt schon heute als Rohstoffversorger der Industrie, weil wir wertvolle Sekundärrohstoffe in den Produktionskreislauf zurückführen. Mit dem Wertstofftonnen-Modell bewahren wir wertvolle Rohstoffe vor der Verbrennung und leisten zugleich aktiv einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz“, so Dr. Eric Schweitzer vom Vorstand der ALBA Group.

Das Unternehmen konnte 2009 493.000 Tonnen Altholz verwerten. Allein damit seien 357.000 Tonnen CO2 eingespart worden (Angaben von Homepage).

Weiterführende Links zum Thema:

Fraunhofer-Institut UMSICHT

ALBA Group (interseroh, ALBA)

ALBA Onlineportal zu Rohstoffen und Recycling